Gut vorbereitet. Für die Rückkehr ins Leben.

Zentrales Ziel der Ergotherapie ist es, die Patienten zu möglichst umfassender Selbständigkeit und einer verbesserten Lebensqualität zu führen. Und sie auf die Anforderungen ihres beruflichen bzw. häuslichen Lebens (Activities of Daily Living, ADL) vorbereiten. Die Sankt Rochus Kliniken verfügen über eine großzügig ausgestattete ergotherapeutische Abteilung inklusive einem Armtrainigsraum und einem Raum für beruflich orientiertes Training. Nach einer eingehenden Befunderhebung werden die Patienten unter anderen nach den Therapiekonzepten von Prof. Dr. Perfetti, Bobath, Affolter, Verena Schweizer und Dr. Stengel behandelt. Dabei stehen die individuellen Anforderungen des beruflichen bzw. häuslichen Lebens (Aktivitäten des täglichen Lebens) und Ziele des Patienten im Mittelpunkt der Behandlung.

Diesen Prozess unterstützen und begleiten wir aktiv mit folgenden Methoden:
• Versorgung und Training mit Hilfsmitteln für das häusliche Umfeld inklusive der Rollstuhlversorgung
• Angehörigen-Beratung
• Motorisch-funktionelle Therapie, vorwiegend in Einzelbehandlung
• Training der Hand- und Armfunktion im Armtrainingsraum und in der Feinmotorikgruppe
• Hirnleistungstraining in der Einzeltherapie, auch computerunterstützt
• Hirnleistungstraining in der Kleingruppe nach Dr. Franziska Stengel
• Behandlung von Wahrnehmungsstörungen
• Beruflich orientiertes Training in der Kleingruppe

Die Abteilung Ergotherapie verfügt über:
• vier motorisch funktionelle Räume mit höhen und winkelverstellbaren Tischen und Bobathliegen
• einen Handwerksraum
• einen PC Raum
• einen ruhigen Raum für Hirnleistungstraining und ergotherapeutische Einzelbehandlung
• einen Raum für das beruflich orientierte Training 
• einen Armtrainingsraum
• einen Gruppenraum

Unser Behandlungsteam

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Von oben links: 
Sabine Kamuf, Christina Heissig, Franziska Schneider, Susann Müller, Laura Uppendahl,
Helen Pabst, Elvira Klassen, Verena Zeilfelder
Von unten links: Milena Uhrich, Stephanie Müller, Tina Heinzmann, Andrea Merklinger, Petra Wilhelm

Die Behandlungsmethoden im Überblick: 

Bobath

Behandlung von motorischen Defiziten z.B. nach Schlaganfall oder Schädelhirntrauma, um verloren gegangene Funktionen wieder zu erlangen. Dabei wird auf eine physiologische Bewegung geachtet und der Therapeut hilft nur so wenig wie möglich. Hierbei spielt das Aktivieren der Bewegungen durch Schlüsselpunkte eine große Rolle.

Perfetti

Bei der Therapie nach Perfetti wird mit Hilfe des Tastsinns Bewegungen, die unter andrem nach Schlaganfall verloren gegangen sind, angebahnt bzw. verbessert. Der Patient lernt mit Hilfe des Therapeuten, seinen Körper, dessen Stellungen und Bewegungen besser wahrzunehmen und dadurch die Bewegungen besser durchzuführen.

Affolter

Bei der Therapie nach Affolter werden verloren gegangene Bewegungen durch anfänglich geführte Bewegungen vom Therapeuten aktiviert. Dabei stehen Alltagstätigkeiten wie Waschen, Anziehen und Essen im Vordergrund der Therapie. 

Spiegeltherapie

Bei der Spiegeltherapie in der Neurologie soll durch Spiegelung der funktionierenden Hand die Bewegungen und Empfindungen der nicht funktionierenden Hand aktiviert werden. Hierbei spielen die Spiegelneuronen eine entscheidende Rolle. 

Bei Patienten mit Phantomschmerzen nach einer Amputation, werden diese mit Hilfe der Spieltherapie behandelt. Dabei werden die entsprechenden Gehirnbereiche durch die Spiegelung der vorhanden Extremität aktiviert und der Schmerz damit reduziert.

 

Force used Therapie

Viele Patienten haben nach einem Schlaganfall motorische Defizite auf einer Körperseite. Häufig benutzen die Patienten in der Folge die nicht betroffene Seite vermehrt und vernachlässigen die beeinträchtigte Seite. Bei der Force used Therapie wird der Patienten angeregt die beeinträchtige Seite vermehrt einzusetzen und nicht zu vernachlässigen.

Therapiebegleithundegruppen

In der Geriatrie bieten wir zwei Therapiebegleithundegruppen an. In diesen können die Patienten spielerisch die Hirnleistung, das Gleichgewicht und die Feinmotorik trainieren, lachen und mit ihren Mitpatienten Erfahrungen austauschen.

Anforderungen des beruflichen bzw. häuslichen Lebens. Unter den Anforderungen des täglichen Lebens, auch ADL genannt, versteht man unter anderem:
• waschen
• a
n/auskleiden
• g
ehen, auch Treppe gehen
• 
Transfers
• 
Haushaltstätigkeiten wie Kochen, Waschen, Spülmaschine aus/einräumen
• Ausführen des Hobbies und eigener Interessen

Berufliche Anforderungen können unter anderem sein:
• h
antieren mit Werkzeug
• a
rbeiten über Kopf
• h
eben von Gewichten
• t
ragen von Gewichten

Training der Hand- und Armfunktion im Armtrainingsraum. 
In unserem neuen Armtrainingsraum können die Patienten in Kleingruppen unter Supervision der Ergotherapie an ihrer Armfunktion, Feinmotorik und Sensibilität trainieren.

Hirnleistungstraining

In der Ergotherapie werden kognitive Fähigkeiten wie zum Beispiel:

• 
Konzentration
• 
Gedächtnis
• 
Handlungsplanung
• 
Eigenstrukturierung
• 
in der Kleingruppe und Einzelbehandlung geübt

Beruflich orientiertes Training in der Kleingruppe

Ein neuer Schwerpunkt innerhalb der Ergotherapie ist das Wiedererlangen der beruflichen Fähigkeit. Hierbei werden mit den Patienten mit dem Eingangsbefund die individuellen Probleme erörtert, simuliert und ein Trainingsplan erarbeitet. In Kleingruppen können die Patienten dann zweimal wöchentlich an ihren Problemen trainieren. Bei dem anschließenden Abschlussgespräch werden die Erfolge festgehalten.